Back to the Roots! Oder… Back to the Ur-Diät!

Back to the Ur-Diät! Mit diesem Mantra habe ich mich Studienergebnissen über Ur-Ernährung gewidmet.

Im letzten Beitrag habe ich festgestellt: Erst die jüngste Vergangenheit unserer Entwicklungsgeschichte hat uns auf den Fleisch-Geschmack gebracht. Denn die Sesshaftigkeit des Menschen ging auch mit der Viehhaltung einher.

Wir sprechen hier aber vom Ausmaß einer Handvoll Hühner oder einer kleinen Ziegenherde pro Großfamilie – unvergleichbar zu unseren heutigen Dimensionen. Die Tiere wurden damals gebraucht, um Ernteabfälle zu verwerten, Dünger für die Felder zu bekommen und eben ab und zu eine Fleischmahlzeit zu servieren.

Mittlerweile sind wir oft schon so weit, dass sich tierische Produkte in jeder einzelnen Mahlzeit des Tages finden lassen. Und allein in den letzten 60 Jahren hat sich unser Fleischkonsum nochmals mehr als verdreifacht.

Diese Überfülle an tierischen Produkten verdanken wir der Tierindustrie – in reiner Selbstversorgung könnten wir diese Zahlen nämlich niemals erreichen.

 

Projekt Selbstversorgung – wenn jeder seinen eigenen Acker hätte

 

Die Seite 2000m2.eu zeigt, wie reine Selbstversorgung heute aussehen würde. Demnach würde jedem Menschen eine Ackerfläche von 2000 Quadratmetern zustehen. Eine eigentlich riesige Fläche. Diese Fläche würde aber nicht einmal für unseren jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch an Schweinefleisch ausreichen. Rechnet man nun noch die nötige Fläche für die Futtermittel-Produktion von Rindfleisch, Milchprodukten, Eiern usw. hinzu, bräuchten wir mehr als einen Planeten zur Bewirtschaftung.

Dieser Überfluss an tierischen Produkten in der westlichen Ernährung ist alles andere als natürlich – sie wird uns nur durch Massenproduktion und die Ausbeutung von Entwicklungsländern ermöglicht. Natürlich wäre eine Ernährung, die mit den eigenen 2000 Quadratmetern auskommt.

Was, wenn wir wieder unseren Ursprüngen als Pflanzenfressern gerecht werden würden und uns wieder so ernährten, wie unsere Vorfahren – nämlich vegan?

Wie würde der Körper auf die Ernährungsumstellung reagieren?

 

Back to the Roots!

 

Ein Forschungsteam wollte genau dies untersuchen. Die Auswirkungen einer Ernährungsumstellung von unserer westlichen, tierischen Kost, auf die entwicklungsgeschichtliche, vegane Kost.

Sie haben ihre Probanden also auf eine sehr ballaststoffreiche, rein pflanzliche Kost gesetzt – und zwar bei gleichbleibender Kalorienanzahl. Die Teilnehmer nahmen genauso viel Kalorien wie zuvor zu sich – allerdings in pflanzlicher Form.

Diese Gruppe verglichen die Forscher auch noch mit einer Anderen, die sich gemäß Zeiten aus frühgeschichtlicher Viehzucht ernährte und mit einer weiteren Gruppe, die sich gemäß derzeitiger Ernährungsempfehlungen, wie sie oftmals in Ernährungspyramiden dargestellt wird, ernährte.

Nach nur 2 Wochen wurden die Probanden der verschiedenen Gruppen wieder untersucht. Die Forscher stellten Verbesserungen in den Blutbildern der Probanden fest – allem voran bei der Gruppe mit der ballaststoffreichen, veganen Kost. Die Probanden zeigten einen 33 prozentigen Abfall ihres LDL Cholesterins – dem Hauptschuldigen für Gefäßverkalkung, Herzinfarkt und Schlaganfall. Sie hatten also nach nur 2 Wochen ein deutlich reduziertes Risiko, Herz-Kreislauferkrankungen zu entwickeln.

Auch die Verdauung der veganen Probanden profitierte von dem hohen Ballaststoffanteil und die Forscher gehen von einem verminderten Risiko für Darmkrebs aus.

Wär‘ also eine Idee, übergewichtige Patienten auf vollwertige, vegane Diät zu setzen, anstatt Cholesterin-senkende Medikamente zu verschreiben..

Aber Achtung! Genau wie bei Cholesterin-Senkern wäre die Liste an möglichen Nebenwirkungen lang: verringertes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, für Gefäßerkrankungen, Krebserkrankungen (wie Brustkrebs und Prostatakrebs), neurologischen Erkrankungen, Gewichtsreduktion, und und und…

 

 

Quellen

Effect of a very-high-fiber vegetable, fruit, and nut diet on serum lipids and colonic function. Jenkins DJ1, Kendall CW, Popovich DG, Vidgen E, Mehling CC, Vuksan V, Ransom TP, Rao AV, Rosenberg-Zand R, Tariq N, Corey P, Jones PJ, Raeini M, Story JA, Furumoto EJ, Illingworth DR, Pappu AS, Connelly PW. Metabolism. 2001 Apr;50(4):494-503.

Similarities of prostate and breast cancer: Evolution, diet, and estrogens. Coffey DS1. Urology. 2001 Apr;57(4 Suppl 1):31-8.

https://www.uni-klu.ac.at/socec/eng/downloads/WP139_webversion.pdf

http://nutritionfacts.org/video/one-in-a-thousand-ending-the-heart-disease-epidemic/

http://nutritionfacts.org/video/paleopoo-what-we-can-learn-from-fossilized-feces/

 

 

 

2 Replies to “Back to the Roots! Oder… Back to the Ur-Diät!”

  1. […] Auch Datteln enthalten viel Zucker – im Vergleich zum industriell gefertigten, weißen Pulver, punkten sie aber vor allem mit hohen Kalium- und Magnesiumwerten. Im Gegensatz zum Industriezucker enthalten sie auch die für den Menschen so wertvollen Ballaststoffe. […]

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