Heiße Liebe (nicht nur) am Valentinstag

Es ist Valentinstag! Juhu! Grund genug, für unsere Lieblingsmenschen, aber auch für uns selbst mal etwas Gutes zu tun. Und glücklicherweise gibt es da etwas, das unsere Herzen schützt, unsere Widerstandskräfte stärkt und uns noch ein paar weitere Jährchen auf dieser Welt mit unseren Liebsten beschaffen kann. Es ist süß, heiß begehrt und bezirzt all unsere Sinne. Wovon ist die Rede?

Beeren! Oder bei uns daheim auch liebevoll Beelis genannt <3

Um diese alten Bekannten aus Kindheitstagen wieder in Erinnerung zu rufen und um die Bedeutung der kleinen Vitaminbomben für unsere Gesundheit klar zu machen, gibt es an diesem Valentins-Sunday die wichtigsten Infos zu den süßen, sinnlichen Früchtchen.

Die Zauberwirkung von Beeren

 

Um die Bedeutung von Beeren am Speiseplan für unsere Gesundheit darzustellen, haben Forscher den im Blutbild ersichtlichen oxidativen Stress und die immunologischen Auswirkungen nach sportlicher Überlastung genauer unter die Lupe genommen. Sie verordneten leidenschaftlichen Läufern, 250 Gramm Heidelbeeren täglich zu essen und gaben ihnen vor einem 2,5 stündigen Lauftraining nochmals zusätzliche 375 Gramm. Die Forscher begutachteten dann die Blutbefunde der Läufer und kamen zu einer spannenden Erkenntnis: Blut- und Plasmawerte der Läufer wiesen eine doppelt so hohe Anzahl an NK-Zellen (Natürliche Killerzellen –  Bestandteil unserer Hauseigenen Immunantwort, sie bewahren uns vor Erkältungen, indem sie Viren abtöten), als vor der Heidelbeeren-Kur auf. (1)

NK-Zellen bewahren uns nicht nur davor, unserem Schatz beim Candle-Light Dinner ins Gesicht zu rotzen. Sie schützen außerdem vor Schäden durch oxidativen Stress und sind damit auch wichtige Helfer im Kampf gegen Krebszellen. Die Studie berichtet von einer Reduktion von oxidativem Stress, einer Steigerung von NK-Zellen und einer entzündungshemmenden Wirkung durch die erhöhte Aufnahme der Antioxidantien in Heidelbeeren. Die Autoren folgern daraus, dass der regelmäßige Konsum von Beeren vor oxidativem Stress und den damit in Verbindung gebrachten Krankheiten, wie Krebs, Gefäßerkrankungen, Schlaganfall und neurodegenerativen Erkrankungen schützen kann. (1) (2)

Weitere Studien kamen in der Forschung an Antioxidantien in Brombeeren zum Ergebnis, dass Beeren das Risiko, an Krebs zu erkranken, auch bei familiärer Vorbelastung deutlich senken können. (3) Außerdem wurde festgestellt, dass die tägliche Einnahme von gefriergetrockneten Brombeeren die aggressive Wirkung von Tumorzellen auf Körperzellen bei bestehendem Darmkrebs hemmen kann. (4) Die Forschung an Erdbeeren hat ergeben, dass die darin enthaltenen Flavonoide ebenfalls schon vor der Entstehung von Krebserkrankungen, aber auch vor Tumorwachstum und –verbreitung schützen können. Sie hemmen außerdem die schädlichen Auswirkungen von LDL-Cholesterin, verbessern die Gefäßfunktion und senken das Thromboserisiko. (5)

Von künstlichen Antioxidantien in Tablettenform sollte man übrigens Abstand nehmen, denn die Supplementation wurde ironischerweise mit einem erhöhten Risiko, an Krebs zu erkranken, in Verbindung gebracht! Also lieber zu echten Pflanzen greifen! (6)

 

So wie’s aussieht steckt in so einer kleinen Beere also ziemlich große Macht!

 

Aber wie kommen wir im Winter an diese Kraftpakete ran? Oder prinzipiell in der Zeit, in der nicht zufällig gerade Beeren-Saison ist?

Ich hamster‘ meine Beeren immer im Gefrierfach. Jetzt fragt ihr euch, wie das denn mit Antioxidantien in gefrorenen Beelis aussieht? Ging mir auch so! Und ich habe tatsächlich eine Studie gefunden, die sich mit diesem Thema befasst! 😀

Es wurde in dieser Studie die Konzentration von Antioxidantien in gefrorenen, gefriergetrockneten, frischen Erdbeeren und Erdbeerenmarmelade verglichen. Eigentlich eh klar, wer hier gleich mal als Verlierer ausscheidet. Die Marmelade, what else? 😉 Aber wie sieht’s mit den Verbleibenden im Rennen aus? Betrachtet man nur das Portionsgewicht, so stecken in gefriergetrockneten Beeren bei gleichem Gewicht mehr Antioxidantien, als in frischen oder gefrorenen Beeren. Und zwar deutlich mehr – schließlich sind gefriergetrocknete Beeren Federgewichte und um auf das Gewicht von einem Becher frischer Beeren zu kommen, bräuchte man ein Vielfaches an gefriergetrockneten Beeren.

Wenn man nun aber von den frischen und gefrorenen Beeren das enthaltene Wasser wegrechnet und nur das Trockengewicht vergleicht, dann sind frische Beeren natürlich ganz vorne an der Antioxidantien-Front. An zweiter Stelle stehen dann gefriergetrocknete Beeren und an dritter Stelle die gefrorenen Früchte. (7)

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Update: Found it! Auf Reformhäuser ist eben doch Verlass! Dort gibt es die kleinen Leckerbissen auch in gefriergetrockneter Form <3

Seit diesem Ergebnis bin ich ganz wild auf gefriergetrocknete Beeren – und wurde bei meinen Streifzügen durch verschiedene Supermärkte aber eher enttäuscht. Entweder verstecken sich die Beelis vor mir,
oder man muss die gefriergetrocknete Variante doch in spezielleren Läden suchen. Und dadurch, dass ich Bio-Beeren gegenüber den konventionellen Beeren bevorzuge, weil letztere eine angeblich sehr hohe Pestizid-Belastung aufweisen, wird die Suche auch nicht gerade erleichtert. Da ich aber schon von meinen gefriergetrockneten Beelis als Fernseh-Snack träume, werde ich nicht aufgeben und euch berichten, sobald ich sie gefunden habe!

 

Und für alle, die jetzt Lust auf den Antioxidantien-Kick bekommen haben – wann, wenn nicht heute wäre Heiße Liebe ein passenderes Dessert? (Okay, im Sommer vielleicht…) Am besten mit veganem Vanilleeis und erhitzten Himbeeren aus dem Gefrierfach. Für diejenigen, die ein warmes Dessert bevorzugen bietet sich zum Beispiel ein Milchreis mit Himbeeren an, so wie dieser hier.

Einem romantischen Abend steht also nichts mehr im Wege! <3

 

Quellen:

(1) https://www.researchgate.net/profile/David_Nieman/publication/51826783_Effect_of_blueberry_ingestion_on_natural_killer_cell_counts_oxidative_stress_and_inflammation_prior_to_and_after_2.5_h_of_running/links/55b3911b08ae9289a0887c61.pdf

(2)

http://www.jimmunol.org/content/179/2/781.full.pdf

(3)

http://cancerpreventionresearch.aacrjournals.org/content/2/3/187.full

(4)

http://clincancerres.aacrjournals.org/content/17/3/598.full

(5)

http://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/10408690490263756

(6)

http://rsob.royalsocietypublishing.org/content/3/1/120144.full.pdf+html#abstract-1

(7)

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20528581

 

Weitere Studien zum Thema:

 

Sauerkirschen zur Erholung nach dem Marathon:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19883392

Überblick über Studien zu Beeren und einem vermindertem Krebsrisiko:

http://carcin.oxfordjournals.org/content/29/9/1665.full;

http://pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/jf072504n

Cranberries und Heidelbeeren gegen Krebs und Gefäßkrankheiten:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17533651

 

 

 

 

 

 

2 Replies to “Heiße Liebe (nicht nur) am Valentinstag”

  1. […] süßen Superfoods habe ich bereits am Valentinstag eine Liebeserklärung geschrieben, hier zu lesen. Ihr hoher Anteil an Antioxidantien schützt uns ebenfalls vor Gefäßkrankheiten wie Herzinfarkt […]

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