Supermärkte: Szenetreff von Konzernen und Wegwerfgesellschaft

Warum man Supermärkte meiden sollte. Das Biokistl als Alternative zu Masse und Müll.

Supermärkte und wie man sie vermeiden kann: Seitdem ich die Doku „Bauer unser“ über unsere österreichischen Bauern gesehen habe, stehe ich Supermärkten eher skeptisch gegenüber. Deswegen habe ich Möglichkeiten gesucht, den Produkten der Großkonzerne den Rücken zuzukehren und unkompliziert sowie bequem an bestes Obst und Gemüse zu kommen.

 

Supermärkte als Türsteher zu Konzernen und Wegwerfgesellschaft

Unsere österreichischen Betriebe unterliegen einem enormen Wachstumsdruck. Sie müssen wachsen, damit ihre Produkte im europäischen Wettbewerb mithalten können. Denn letztendlich wollen sie es in unsere Supermarktregale schaffen. Die Bauern konzentrieren sich dadurch mehr auf den Anbau von Monokulturen, die wiederum vermehrt Einsatz von Pestiziden benötigen, was wiederum die Böden zerstört. Das Problem ist, dass mit dem zunehmenden Wachstum der Bauern die Qualität der Produkte auf der Strecke bleibt.

Betriebe, die im Regal vorkommen wollen, müssen immer größer, billiger und industrieller werden. Supermärkte wirken dabei für den Markt, wie der Türsteher vor dem Szenelokal: Wer keine Masse liefern kann, muss draußen bleiben.

Im Supermarkt selbst findet dann ein täglicher Wettkampf um die niedrigsten Preise und ein Buhlen um den Käufer statt. Nachdem im Gemüseregal eh alles gleich aussieht, greift der Konsument eben zum billigsten Produkt.

In letzter Zeit erkennen Supermärkte ihr Image-Problem: sie wollen weg vom Discounter, hin zu Regionalität und Bäuerlichkeit. Mit Produkten, wie den „Raritäten“, ist nun ein wenig Abwechslung ins Gemüseregal eingezogen. Jährlich wandern hierzulande aber tonnenweise Lebensmittel auf dem Müll – meist schon, bevor sie es überhaupt in das Regal geschafft haben. Dennoch produzieren Supermärkte Unmengen an – noch genießbarem – Abfall. Da sind die „Wunderlinge“ und „Raritäten“ leider nur Peanuts.

Für mich ist also klar: Supermärkte möchte ich von jetzt an, so gut es geht vermeiden.

 

Alternativen zu Supermärkten gibt es an jeder Ecke

 

Bauernläden und Reformhäuser

Hier ist es so ähnlich, wie mit Telefonzellen. In Wien gibt es an jeder zweiten Ecke eine Telefonzelle, aber wer weiß auf die Schnelle, wo nochmal die Nächste steht?

Ich gehe jetzt mit offenen Augen durch die Straßen und habe in unmittelbarer Nähe zwei Bauernläden, eine Bäckerei und Reformhäuser entdeckt.

Ich weiß, die Produkte sind manchmal teurer, als aus dem Supermarkt. Aber wo will ich mein Geld lieber wissen: bei Nestlé, Unilever und Co. oder beim Bauern aus dem schönen Niederösterreich?

 

Bauernmärkte

In Wien gibt es vor allem freitags und samstags zahlreiche Bauernmärkte: eine Auflistung findet ihr hier. Beim Flanieren durch die Marktstände kommt auch richtig Urlaubsfeeling auf!

Aber Aufgepasst: Wer statt Eiern aus ausländischen Legebatterien lieber doch die Produkte vom Biobauern aus dem Waldviertel kauft, sollte sich den fixen Ständen ab- und den Bauernständen zuwenden.

 

Apfel von Bauernmarkt Wien - Qualität statt Masse aus Supermärkten.
Die besten Äpfel bekommt man fernab aller Supermärkte. 🍎

 

FoodCoops und Gemeinschaftsgärten

In Wien gibt es außerdem sogenannte FoodCoops – Vereine, die ihre Lebensmittel direkt von Kleinbauern aus der Umgebung beziehen. Tatsächlich habe ich eine FoodCoop entdeckt, die nur zwei Straßen weiter ihr Lager hat.

Aber eins muss ich gestehen: In meinem Kopf existieren leider schon diverse Vorurteile gegenüber FoodCoops. Von Menschen, die immer aktiv und engagiert sind. Die auf Demos gehen. Die sich abends zum gemeinsamen Trommeln und Singen treffen. Und wallendes Gewand tragen.

Weil ich aber weiß, dass es sich dabei nur um schäbige Vorurteile handelt, habe ich die FoodCoop dann doch angeschrieben. Ich bekomme bald eine Antwort mit Infos über die Vereinsstruktur und die damit verbundenen Pflichten. Leise stellt es mir die Nackenhärchen auf. JEDER TRÄGT SEINEN BEITRAG ZUM VEREIN BEI. Oh Gott. Und als hätten sie meine Gedanken gelesen, steht da noch als Nebenbemerkung: Eine „Fördermitgliedschaft“, bei der die Notwendigkeit der Mitarbeit erlischt, gibt es nicht. Verdammt.

FoodCoops sind wunderbare Möglichkeiten für Menschen, die gern mit anpacken. Ich empfehle es Jedem, sich einmal nach einer FoodCoop in der eigenen Umgebung umzusehen!

In Wien gibt es einige Gemeinschaftsgärten, die man selbst beackern kann. Eine super Sache!

 

Bio-Kistl

Schlussendlich habe ich meine persönliche Alternative zu plastikverpacktem Obst und Gemüse aus dem Supermarkt gefunden: das Bio-Kistl vom BioIgel!

Nach ein paar Fragen, die mir per Mail schnell und gerne beantwortet wurden, sind wir stolze Bio-Kistl-Kunden! Jetzt freuen wir uns jeden Donnerstagabend über ein kleines Kisterl vor der Türe.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Nachbarn dann keine langen Finger bekommen!

Sollte Jemand aber doch unter kleptomanen Hausbewohnern leiden, gibt es auch die Möglichkeit, sich sein Bio-Kistl von verschiedenen Standorten in Wien abzuholen. Ein solches Biokistl mit Abholmöglichkeit wird zum Beispiel von der Familie Hopf angeboten.

 

Das Biokistl steht vor der Türe.
Donnerstag ist Kistltag!

 

Es gibt also viele Möglichkeiten, Lebensmittel aus regionalen, kleinen Betrieben zu kaufen.

Zwar ist der Weg zum Supermarkt manchmal verlockend unkompliziert. Trotzdem habe ich eins verstanden:

Wem unsere Kleinbauern mit ihren wunderbar hochwertigen Produkten am Herzen liegen, sollte mal am Supermarkt vorbeigehen und sich nach einer Alternative umsehen.

Go the extra mile. Es lohnt sich.

 

 

Filmtipps:

Weltjournal – die Bio Illusion.

Nahrungsmittel Gemüse – Doku mit Tim Mälzer.

Bauer unser von Robert Schabus.

 

One Reply to “Supermärkte: Szenetreff von Konzernen und Wegwerfgesellschaft”

  1. […] geht es unseren Kühen, deren Milch im Supermarktregal steht? In der österreichischen Milchindustrie handelt es sich um riesige Ställe. Die Milchkühe […]

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