Vegane Ersatzprodukte: A Tofuwürschtl bitte!

Vegane Ersatzprodukte: die umweltschonende, gesunde Alternative?

„Es ist ja ok, wenn man auf Fleisch verzichten will. Aber vegane Ersatzprodukte machen auch keinen Sinn!“

Wie oft ich solche Bemerkungen schon gehört habe…

Aber haltet euch fest.

Veganer Fleischersatz kann auch gesund sein!

„Hahaha! Da Aaanserschmäh!“, würde der gelernte Wiener jetzt sagen. Und sich seinen dicken Bauch kraulen.

 

Stichwort: Selbstgemacht!

In erster Linie sollte bei veganem Fleischersatz eigentlich nicht gleich an Fast Food, sondern an selbstgemachte Speisen gedacht werden. Vegane Laibchen aus Hülsenfrüchten oder Alternativ-Getreide wie Quinoa sind köstliche Ballaststoff-, Vitamin- und Mineralstoffquellen. Auf dem Teller nehmen sie genau den Platz ein, auf dem sonst faschierte Laberl, Schnitzel und Frankfurter landen – in veganer Ausführung reichhaltiger an gesunden Inhaltsstoffen, als in fleischlicher Form.

Statt faschierten Laibchen wären also Linsenlaibchen  oder Laibchen aus Getreide, wie beim Quinoa-Bohnen-Burger, die gesündere, nachhaltigere und ethisch vertretbare Entscheidung.

 

Eh klar. Aber was is‘ mit die Tofuwürschtel?

Aber, wie im Titel schon angekündigt, geht es bei der Kritik um vegane Fleischersatzprodukte ja leider oft nur um Fast Food.

Vegane Wurst, veganer Leberkäse und Co. sind Fertigprodukte. Sie haben nach vielen Verarbeitungsschritten nicht mehr viel von ihrem ursprünglichen Gesundheitswert übrig und enthalten oft gesättigte Fettsäuren oder sogar Transfette.

Somit sind hochverarbeitete, vegane Fleischersatzprodukte keine großartige Bereicherung für unsere Gesundheit.

Genau, wie ihre tierischen Vorbilder.

 

Vegane Ersatzprodukte am Wiener Würstelstand.
Vorschläge von Veganern treffen nicht immer auf Begeisterung.

Ein Vergleich zwischen tierischem Frankfurter-Vorbild und veganer Nachmache:

 

Bio-Putenfrankfurter

Zutaten: Bio-Putenfleisch 79%, Wasser, Bio-Putenfett, Speisesalz, Bio-Acerolakirschsaftpulver (Bio-Acerolasaftkonzentrat, Bio-Maltodextrin), Bio-Gewürze, Säuerungsmittel (Natriumcitrat), Bio-Zucker, Konservierungsstoff (Natriumnitrit)

Die Würstel haben pro 100 Gramm: 186 Kalorien, 14 Gramm Fett, davon 3,8 Gramm gesättigte Fettsäuren, 0,8 Gramm Zucker, KEINE Ballaststoffe, 15 Gramm Eiweiß und 2,2 Gramm Salz.

 

Vegane Soja-Frankfurter

Zutaten: Wasser, 20% WEIZENGLUTEN, Rapsöl, SOJAPROTEIN, Reismehl, Stabilisatoren: verarbeitete Euchema Algen, Natriumcitrate: Gewürze, Zucker, Säuerungsmittel Citronensäure, Verdickungsmittel Xanthan, Farbstoff Eisenoxide und Eisenhydroxide, Gewürzextrakte, Speisesalz, Raucharoma.

Die vegane Variante hat pro 100 Gramm: 207 Kalorien, 12 Gramm Fett, davon 1,1 Gramm gesättigte Fettsäuren, 0,9 Gramm Zucker, 0,9 Gramm Ballaststoffe, 19 Gramm Eiweiß und 1,5 Gramm Salz.

 

Vegane Mini-Wiener

Zutaten: Seitan* 47% (Wasser, WEIZENEIWEIß*), Tofu* 31% (SOJABOHNEN*, Wasser ,Gerinnungsmittel: Magnesiumchlorid, Calciumsulfat), Sonnenblumenöl* ,Paprika*, Meersalz, Gewürze*, Rohrohrzucker*, Verdickungsmittel: Johannisbrotkernmehl*, Tomatenmark* 0,2%, Koriander*, SELLERIE* *aus biologischer Landwirtschaft

Die pflanzlichen Mini-Wiener enthalten pro 100 Gramm: 259 Kalorien, 15 Gramm Fett, 1,9 Gramm gesättigte Fettsäuren, 2,9 Gramm Zucker, 2 Gramm Ballaststoffe, 26 Gramm Eiweiß und 2,2 Gramm Salz.

 

Wie man sehen kann, beinhalten sowohl das Tierische, als auch das vegane Produkt Süßungsmittel, Verdickungsmittel, Säuerungsmittel. Die echten Frankfurter enthalten keine Ballaststoffe. Die pflanzlichen Ersatzprodukte immerhin sehr wenig. Die tierische Wurst enthält außerdem mehr gesättigte Fettsäuren.

 

Wurstprodukte zu essen macht aus gesundheitlicher Sicht weder beim tierischen, noch beim pflanzlichen Produkt Sinn.

Hinzu kommt, dass Wurstprodukte aus dem Supermarkt (und dabei ist es komplett blunzn ob tierisch oder vegan) oft in Plastik und Styropor verpackt sind und somit auch eine Belastung für die Umwelt darstellen.

 

Aber angenommen, mich würde aus dem Nichts heraus ein unstillbares Verlangen nach Fleischprodukten erfassen. Der Wahnsinn könnte einzig und allein durch ein Paar deftige Frankfurter gestillt werden. Selbst dann würde ich zu der veganen Variante greifen.

Weil die veganen Würstel im Gegensatz zum tierischen Produkt nur einen Bruchteil der Ressourcen verbrauchen.

Weil man so der Umwelt und Tierwelt zuliebe handelt.

 

 

 

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